Wandern: Ausrüstung, die Du wirklich brauchst!

Wandern: Die richtige Wanderausrüstung für den Rucksack!

Naturerleben pur mit einem Extra für die Gesundheit und das gute Gewissen, das ist Wandern. Fast jeder kann es, fast überall. Und Studien belegen: Wandern ist nicht nur gesund, sondern macht auch glücklich und schlau. Natürlich kann man einfach mit Beutel und Turnschuhen loslaufen. Wer ambitionierter unterwegs ist, braucht jedoch die geeignete Wanderausrüstung.

Wanderaktivitäten der Deutschen

Infografik: So häufig wandern die Deutschen | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Diese 10 Dinge müssen in jeden Wanderrucksack

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Erste Hilfe Pack von DeuterErste-Hilfe-Pack

Für Wanderer zusammengestellte Verbandspäckchen sind klein, leicht und wasserdicht. Je nach Größe kosten gute Sets von Vaude, Deuter (Provisionslink!), Ortlieb oder Tatonka zwischen 15 und 30 Euro. Wenn Sie Ihr Set selbst zusammenstellen, packen Sie es am besten in eine feste Dose aus Plastik oder Blech. Das sollte dabei sein:

  • Pflaster in verschiedenen Größen
  • Einmalhandschuhe
  • sterile Kompressen
  • Wundnahtstreifen
  • Verbandpäckchen
  • Mullbinden
  • kleine Schere
  • Rettungsdecke
  • Rolle breites Tape
  • elastische Bandage
  • Dreiecktuch

Außerdem:

  • Blasenpflaster
  • Zeckenzange
  • feuchte Tücher
  • Desinfektionsspray (z. B. Octenisept)
  • Schmerzmittel

Tipp: Prüfen Sie Ihr Päckchen regelmäßig: Ist alles da? Kleben die Pflaster noch? Sind die sterilen Kompressen unbeschädigt? Ist das Haltbarkeitsdatum der Medikamente überschritten?

Sigg-Aluflasche für den Getränkeverzehr beim Wandern!Getränk

Je wärmer es ist, umso mehr sollten Sie trinken. Beim Bergwandern steigt der Flüssigkeitsbedarf noch, denn in der Höhe verlieren Sie mehr Wasser über die Atmung als im Flachland.
Flaschen mit mindestens einem Liter Fassungsvermögen eignen sich gut. Der leichte Klassiker ist die Aluminiumflasche der Schweizer Firma Sigg (Provisionslink)(1000 ml, ca. 21 EUR). Auch geeignet, aber schwerer, sind Isolierflaschen aus doppelwandigem Edelstahl, zum Beispiel von Hydroflask (946 ml, ca. 48 EUR) oder Blockhütte (1000 ml, ca. 25 EUR). Darin bleiben Ihre Getränke lange warm oder kalt.

Tipp:

Informieren Sie sich darüber, ob und wo Sie unterwegs Wasser nachfüllen können!

Notverpflegung

Energieriegel schmecken gut und helfen schnell bei Unterzuckerung. Selbstgemischte Nüsse und Trockenfrüchte haben den gleichen Effekt.
Gut zu wissen: Vorsicht bei Traubenzucker! Er treibt den Blutzuckerspiegel zwar schnell in die Höhe, die Wirkung hält aber nur kurz. Danach ist die Erschöpfung größer als vorher.

Regenjacke von VaudeRegenschutz

Im Gebirge gehört zu jeder Jahreszeit der komplette Regenschutz in den Wanderrucksack. Wo nicht mit einem Wettersturz gerechnet werden muss, kommt mindestens ein Schirm mit.

  • Ein Regenschirm schützt Kopf und Rucksackoberseite, man schwitzt nicht darunter und er spendet Schatten, wenn die Sonne brennt. Wenn es stärker regnet, retten Rucksackhülle, Regenjacke und/oder Regencape und Regenhose die Stimmung. Im Gebirge gehören sie immer in den Rucksack.
  • Capes oder Ponchos sind schnell übergestreift, luftig und schützen auch den Rucksack. Ein gutes Cape zum Beispiel von Tatonka oder Vaude kostet um die 50 Euro. Bei Wind oder auf schwierigen Passagen sind Capes unpraktisch.
  • Dann braucht man Jacke und Hose. Gute Regenjacken sind atmungsaktiv und an den Armen und an der Kapuze in der Weite verstellbar. Sind sie an den Schultern verstärkt, nutzen sie unter den Rucksackträgern nicht so schnell ab. Reißverschlüsse unter den Achselhöhlen verhindern geöffnet zu starkes Schwitzen. Empfehlenswert sind zum Beispiel Jacken von Schöffel, Vaude (Provisionslink), Arcteryks oder Patagonia. Je nach Verarbeitung und Material kosten sie zwischen 50 und 500 Euro.
  • Eine Regenhose mit seitlichen Reißverschlüssen von den Hüften bis zum Saum lässt sich auch mit Wanderschuhen leicht an- und ausziehen. Für unter 100 Euro kaufen Sie eine gute, nachhaltig produzierte Regenhose zum Beispiel von Vaude.

Tipp: Weil Regenkleidung windabweisend ist, wird es darunter schnell kuschelig warm. Gut bei Temperaturstürzen im Gebirge: Sie bleiben trocken und warm. Schlecht in heißen oder schwülen Gegenden: Die Regenausrüstung wird leicht zur tragbaren Sauna. Da sind Gamaschen für die Schuhe (eigentlich für das Wandern im Schnee gedacht) und ein Schirm für den Kopf eine angenehme Alternative.

Sonnenschutz

Ein Hut mit breiter Krempe oder eine Kappe mit breitem Schirm schützt Kopf und Nacken vor zu viel Sonne, ein dünnes Hemd Schultern und Arme. Sonnenschutzmittel mit sehr hohem Lichtschutzfaktor (50+, z. B. von La Roche Posay) sind im Gebirge und am Meer für Gesicht und Hände ein Muss.

Multifunktionswerzeug für das Wandern!Multifunktions-Taschenmesser

Nicht nur beim Picknick, auch beim Reparieren von Schuh- und Rucksackschnallen oder wenn ein Splitter im Finger steckt - ein Multitool mit scharfem Messer, kleiner Zange und Pinzette löst unterwegs manches Problem. Gute, kompakte Kombimesser stellen z. B. Victorinox oder Leatherman (Provisionslink) her.

Notfall-Utensilien-Box für Unvorhergesehenes


Wenige kleine Dinge können eine ganze Wanderung retten:

  • Ersatzschnürsenkel
  • Kabelbinder befestigen abgefallene Sohlen, ersetzen das kaputte Uhrarmband oder fixieren die gebrochene Rucksackschnalle.
  • Sekundenkleber flickt kaputte Schuhe, repariert gerissene Nähte am Rucksack und hält den Griff des Wanderstocks in der richtigen Position. Im Team mit Kabelbindern ist er unschlagbar.
  • Eine Taschen- oder Stirnlampe mit funktionierenden Batterien hilft nicht nur bei verspäteter Heimkehr, mit ihr können Sie auch Notsignale geben.
  • Eine lautstarke Pfeife, damit Sie auf sich aufmerksam machen können, wenn Sie sich verlaufen haben oder feststecken 


    Gut zu wissen: Das alpine Notsignal können Sie mit allem absetzen, was auffällt. Es geht so: Innerhalb einer Minute 6 Mal ein Signal (d. h. alle 10 Sekunden) - 1 Minute Pause - wiederholen. Antwort: Innerhalb einer Minute 3 Mal ein Signal (d. h. alle 20 Sekunden).

Orientierungshilfe

Wo bin ich, wo will ich hin und auf welchem Weg komme ich dorthin? Es beruhigt, wenn Sie diese Fragen während Ihrer Wanderung jederzeit sicher beantworten können. Je nach persönlichen Fähigkeiten und Vorlieben gehören Kompass, Karte und Höhenmesser, ein GPS-Gerät mit Ersatzbatterien oder - falls Sie eine Handy-App benutzen - eine aufgeladene Powerbank in den Rucksack.

Tipp: Üben Sie mit Ihrer Orientierungshilfe zu Hause. Kompass und Karte oder das GPS-Gerät helfen nur, wenn Sie damit umgehen können.

Sitzkissen von Vaude für das WandernSitzkissen

Ein Sitzkissen schützt vor Kälte und Nässe und ist außerdem eine prima Schiene bei Brüchen und Verstauchungen, z. B. das Vaude Seat Pad Light (Provisionslink!)

Notfallhandy

Weniger ist mehr: Die Akkulaufzeit alter Mobiltelefone, mit denen Sie nur telefonieren können, überdauert oft sogar Mehrtagestouren.
Gut zu wissen: In ganz Europa rufen Sie den Notruf unter 112 an.

Wandern: Die richtige Wanderausrüstung für den Rucksack!

Der richtige Rucksack

Deuter Aircontact Lite 45

Trekking-Rucksack

Deuter Futura 25 SL 

Wanderrucksack

Ratgeber Wanderausrüstung

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Fragen zum Wandern

"Wandern" ist kein genau festgelegter Begriff. Ein Schaufensterbummel zählt sicher nicht dazu und schwere Gipfeltouren durch alpines Gelände mit Klettersteigen fallen unter den Begriff Bergsteigen. Was dazwischen liegt, darf man getrost Wandern nennen.

Das hängt vom Gelände und von der persönlichen Fitness ab. Im Flachland schafft der normal trainierte Stadtmensch zwischen 4 und 5 Kilometern in der Stunde. Müssen dazu Höhenmeter überwunden werden, rechnet man mit 300 bis 400 Höhenmetern in der Stunde.

Trekking ist eine Sonderform des Wanderns. Dabei legt man eine längere Strecke in Etappen zurück. In Gegenden, die touristisch nicht erschlossen sind, schlägt man beim Trekking sein Lager im Freien auf, ein Alpen-Trekking führt häufig von Hütte zu Hütte und beim Komfort-Trekking übernachtet man sogar in Hotels.

Der Kalorienverbrauch beim Wandern ist abhängig von so vielen Parametern, dass sich keine einfache Formel angeben lässt: Größere und schwerere Menschen verbrauchen mehr Kalorien als kleinere und leichtere, jüngere Menschen mehr als ältere, Männer mehr als Frauen. Dazu beeinflussen Tempo, Höhenmeter, Gewicht des Rucksacks und die Höhe, in der man unterwegs ist, den Kalorienverbrauch.

Ein Beispiel: Ein 35 Jahre alter Mann, der 1,80 Meter groß und 80 Kilo schwer ist, verbraucht in einer Stunde beim Wandern etwa 314 Kalorien. Seine gleichaltrige, gleich große und gleich schwere Frau nur 285. Beim Bergsteigen verbrauchen beide circa 461 bzw. 417 Kalorien. Zum Vergleich: Beim Joggen verbraucht unser Beispielpaar ungefähr 512 bzw. 463 Kalorien und bei einem gemütlichen Spaziergang 219 bzw. 199 Kalorien.

Ist man lange nicht gewandert, macht sich am nächsten Tag Muskelkater in Beinen und Gesäß bemerkbar. Auch wenn man es nicht gleich merkt: Arme, Bauch und Rücken werden ebenfalls gestärkt. Stockeinsatz verstärkt den Effekt auf Arme und Oberkörper und schont gleichzeitig Hüft- und Kniegelenke.

Nehmen Sie sich Zeit für die Suche nach dem richtigen Rucksack. Packen Sie Ihre Wunschmodelle beim Testen möglichst voll. Folgende Kriterien sind wichtig:

  • Passform: Rückenlänge, Hüft- und Schulterbreite des Rucksacks müssen passen. Viele Hersteller bieten verschiedene Passformen an. Herrenvarianten sind länger im Rücken, breiter in den Schultern und schmaler in den Hüften als Damenvarianten. Auch für Kinder werden passende Modelle hergestellt.
  • Volumen: Bevor Sie einen superleichten, klitzekleinen Rucksack kaufen, bedenken Sie: Bei schwierigen Passagen oder im Regen sollte alles hineinpassen – so bleibt alles trocken, Sie bleiben nicht hängen und gehen trittsicherer. Für eine Mehrtagestour im Winter brauchen Sie mehr als für eine Tagestour im Sommer. Möchten Sie nicht für jede Gelegenheit einen eigenen Rucksack kaufen, sind Sie mit einem Volumen zwischen 25 und 40 Litern gut gerüstet.
  • Gewicht: Es ist gut, wenn ein Rucksack leicht ist, noch besser ist es aber, wenn der Tragekomfort so gut ist, dass Sie auch einen schweren Rucksack kaum spüren. Tipp: Mehr als ein Viertel Ihres Körpergewichts sollte der bepackte Rucksack nicht wiegen. Für Balance und Trittsicherheit liegt der Schwerpunkt möglichst dicht am Rücken. Kinder tragen gerne ihren eigenen kleinen und leichten Rucksack.
  • Tragesystem: Das Tragesystem entscheidet, wie gut Sie mit Ihrem Rucksack zurechtkommen. Achten Sie auf breite Hüftgurte, denn die Hüften und nicht die Schultern sollen das Gewicht tragen
  • Aufteilung und Ausstattung: Das Innere des Rucksacks ist oft in Fächer unterteilt. In einem Deckelfach kann Nötiges griffbereit verstaut werden. Praktisch sind Seitentaschen außen für die Trinkflasche und Schnallen, Schlaufen und Bänder für Wanderstöcke und zusätzliche Ausrüstung. Wer ein Trinksystem bevorzugt, braucht ein Innenfach für den Trinksack und eine Aussparung für den Trinkschlauch

5 Wanderrucksäcke für Tages- und Mehrtagestouren

Exped Impuls 20Bach Shield 26 S / RDeuter Futura 25 SL/26Ortlieb Atrack 30Deuter Aircontact Lite 35 SL/40
Volumen in Litern (+ Deckel)20, One SizeS 23 (+ 2), R 26 (+ 2)SL 25, 2635, One SizeSL 35 (+ 10), 40 (+ 10)
Gewicht in Gramm880S 1240, R 13101300, 140014701680, 1580
Tragesystem
RückenKontaktKontaktmit AbstandshalterKontaktKontakt
Rückenlänge52 cmS 47 cm; R 53 cmstufenlos verstellbarstufenlos verstellbarstufenlos verstellbar
Hüftgurtabnehmbar, Hüftflossen verstellbargepolstertgepolstert, Hüftflossen verstellbargepolstertgepolstert, Hüftflossen verstellbar
Aufteilung innen
Zugriffobenoben und vorneobenhinten (Rücken)oben und vorne
Fächer1 Hauptfach, Innentaschen2 Fächer1 Hauptfach, Innenfach für nasse Kleidung oder Trinkblase, Wertsachenfach1 Hauptfach, 4 Reißverschlusstaschen2 Fächer, Innenfach für nasse Kleidung oder Trinkblase, Wertsachenfach
Aufteilung außen
Deckeltasche++--+
Seitentaschen+++++
Befestigung für Ausrüstung+++++
ZubehörRegenhülle, SitzmatteRegenhülleRegenhülle
Trinksystem kompatibel+++++
ImprägnierungPFC-freiwasserabweisendes MaterialPFC-frei100 % wasserdichtPFC-frei
maximale Zuladung10 kg15 kg12/14 kg13 kg15/18 kg
Garantie und Nachhaltigkeit5 Jahre5 Jahre, Reparatur durch Hersteller2 Jahre, Material 50 % recycled, Reparatur durch Hersteller5 Jahre2 Jahre, Reparatur durch Hersteller
Preis ca.130 EUR160 EUR130 EUR / 140 EUR190 EUR170 EUR
NachteileRücken nicht versteift, muss gut gepackt werden, Hüftgurt wenig stabilkeine Regenhülle
VorteilerobustRucksack funktioniert wie Reisetascheabnehmbare Schultergurte; Deckel abnehmbar, als Daypack nutzbar; Deckel höhenverstellbar, dadurch Volumen erweiterbar

Richtige Rahmenbedingungen für das Wandern - Planung ist das A und O

Eine entspannte Wanderung will gut geplant sein. Je weniger unangenehme Überraschungen bei An- und Abreise, Wanderstrecke, Wetter und Tagesablauf auftreten, umso besser.

Welche Strecke wollen Sie wandern?

Die Strecke sollte Sie weder unter- noch überfordern. Beachten Sie deshalb angegebene Gehzeiten und Höhenmeter.
Ungeübte beginnen mit kürzeren Touren in eher ebenem Gelände. Im Gebirge reichen Gehzeiten von 2 Stunden für den Anfang aus. In einer Gruppe richten sich Wandertempo und Länge der Tour nach dem schwächsten Mitwanderer. Planen Sie ausreichend Pausen ein und brechen Sie zu längeren Wanderungen früh auf. Umso mehr Puffer haben Sie für Unvorhergesehenes.

Gut zu wissen: „Gehzeit“ meint die Zeit, in der Sie sich tatsächlich fortbewegen. Fotostopps, Trinkpausen oder Ähnliches müssen sie dazurechnen, um Ihre Unterwegszeit zu kalkulieren.

Lassen Sie uns über’s Wetter reden

Idealerweise scheint zum Wandern die Sonne, gerne mit Temperaturen um die 20 Grad. Aber auch Wandern im Schnee ist etwas Besonderes und eine Regenwanderung kann ein schönes Erlebnis sein, wenn die Ausrüstung stimmt. Der gern zitierte Spruch „es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ stimmt trotzdem nicht immer.
Achten Sie auf die Wettervorhersage: Ist Sturm oder Gewitter angesagt, bleiben Sie besser drinnen. Im Gebirge sind auch ein Wettersturz und Lawinengefahr gute Gründe, eine Wanderung abzubrechen oder gar nicht erst zu beginnen. Um nachmittägliche Sommergewitter zu vermeiden, brechen Sie früh auf.

Zauberwort Zwiebellook – für jede Jahreszeit die richtige Wanderbekleidung

Mehrere Schichten, die Sie wahlweise an- oder ausziehen können, sind beim Wandern am angenehmsten: körpernah eine dünne Schicht, darüber eine dickere Schicht, dann eine windabweisende Schicht, je nach Jahreszeit lang- oder kurzärmelig. Am besten, Sie frösteln leicht beim Losgehen, die Bewegung wärmt schnell.

Das richtige Material für die Oberbekleidung – natürlich Merino

Je anstrengender die Wanderung, umso leichter kommt man ins Schwitzen. Ihre Kleidung sollte schnell trocknen und die Feuchtigkeit gut nach außen transportieren. Empfehlenswert ist Funktionskleidung aus dem Naturmaterial Merinowolle. Sie ist umweltverträglich, temperaturausgleichend sowie schnell trocknend und auch wenn Sie stark schwitzen, riecht Merinowäsche nicht unangenehm – höchstens ein wenig nach Schaf im Regen. Man unterscheidet Merinowäsche nach Warengewicht: leichte 150 g/m² sind gut im Sommer, 200 g/m² wärmen im Winter.

Bei so vielen Vorteilen gibt es auch Nachteile: Merinowäsche verschleißt schnell und ist teuer. Neuerdings experimentieren viele Hersteller mit Merino-Mischgeweben, um die Haltbarkeit zu verlängern. Neben dem Merino-Pionier Icebreaker bieten auch Orthovox, Supernatural, Devold und Frilufts entsprechende Wäsche an.

Wandertourismus: ein lukratives Geschäft

Statistik: Bruttoumsätze durch den Wandertourismus in Deutschland pro Jahr (in Millionen Euro) | Statista
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VAUDE Hiking Backpack Poncho

Atmungsaktiver Poncho für den Wanderrucksack!

VAUDE Escape Light Regenjacke

Sehr leichte Regenjacke mit Ceplex-Membran für Herren.

Statistik: Monatliche Durchschnittstemperatur in Deutschland von Mai 2020 bis Mai 2021 | Statista
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Das Wichtigste ganz unten – Socken und Schuhe

Blasen ade mit den richtigen Socken: Wahre Glaubenskriege werden unter Wanderern darüber ausgefochten, aus welchem Material Socken sein sollten, ob man sie nie oder täglich wäscht oder ob man zwei Paar Socken übereinander tragen sollte.
Damit es keine Blasen gibt – und da immerhin herrscht allenthalben Einigkeit – sollten die Socken gut anliegen und keine Falten bilden.

Das Bild wurde mit Color Efex Pro bearbeitet!

Hier ein paar Kriterien, die beim Material zu bedenken sind: Reine Wollsocken verfilzen leicht und laufen ein. Synthetische Socken erzeugen hingegen einen strengen Geruch und ein fußpilzfreundliches Mikroklima. Gut sind Mischmaterialien mit hohem Wollanteil, sie sind fußfreundlich und halten lange. Smartwool und Falke sind Anbieter, auf die Sie sich verlassen können.

Schuhe gut, alles gut: Passende Schuhe bieten Halt an den Fersen und in der Länge so viel Platz, dass auch bei steilen Abstiegen die Zehen nicht vorne anstoßen. Je weniger Nähte ein Schuh hat, umso belastbarer ist er. Nähte im Schuhinneren sind eine potentielle Blasengefahr.
Wanderschuhe werden für Damen, Herren und Kinder auf unterschiedlichen Rahmen und in verschiedenen Weiten gefertigt, so dass jeder seinen Schuh finden kann. Sie werden kategorisiert nach dem Gelände, für das sie geeignet sind:

  • Kategorie A: leichte Trekking-Halbschuhe für Wanderungen im Mittelgebirge und Flachland oder Zustiegschuhe für kurze alpine Strecken zwischen Kletterpassagen
  • Kategorie A/B und B: knöchelhohe Schuhe für leichte bis mittelschwere Wanderungen im Gebirge und unwegsameren Gelände im Flachland
  • Kategorie C und D: (bedingt) steigeisenfeste Schuhe zum Bergsteigen für alpines und hochalpines Geländ.

Wanderschuhe gibt es aus Vollleder, Goretex oder einer Mischung aus beidem. Bei schwereren Volllederschuhen sind Obermaterial und Futter aus Leder. Vor allem in warmen Gegenden herrscht in diesen Schuhen das angenehmere Mikroklima. Damit sie auch Nässe standhalten, werden sie regelmäßig gewachst. Schuhe mit Goretex sind leichter, atmungsaktiv und schon beim Kauf wasserdicht, entwickeln aber mehr Geruch. Sie werden regelmäßig eingesprüht, damit sie wasserdicht bleiben.

Tipp: Probieren Sie Wanderschuhe nachmittags an. Die Füße sind dann größer. Ziehen Sie zur Anprobe die Socken an, die Sie auch beim Wandern tragen werden.

Tipps und Tricks für das Wandern

Vier Wanderschuh-Allrounder mit Pros und Cons

Nachhaltig produzieren (und reparieren!) die renommierten Hersteller Meindl, Lowa und Hanwag.

  • Hanwag
  • Lowa
  • Meindl
  • Meindl

Hanwag Waxenstein Bio

Vollleder. Vibramsohle. Wahlweise Halbschuh oder knöchelhoch. Weiches, chromfrei gegerbtes Bio-Leder. Paar ca. 1040 g/Größe 5, 1230 g/Größe 8. Kategorie A/B. Ca. 230 EUR.

  • + nachhaltige Produktion
  • + erstklassig verarbeitet
  • + guter Halt
  • - pflegeintensiv
  • - teuer
  • - schwer

Lowa Renegade

Ein Klassiker. Vollleder oder Goretex-Futter. Vibram-Sohle. Knöchelhoch. Goretex Paar 950 g/Größe 5, 1110 g/Größe 8; Vollleder Paar 990 g/Größe 5, 1290 g/Größe 8. Kategorie A/B. Ca. 200 EUR.

  • + große Auswahl an Materialien, Farben und Passformen
  • + sehr bequem
  • + leicht
  • - viele Nähte
  • - verschleißanfällig, besonders in Geröll
  • - teuer

Meindl Jersey Pro

Vollleder. Multigrip-Sohle von Meindl. Knöchelhoch. Paar 1140 g/Größe 5, 1260 g/Größe 8. Kategorie B. Ca. 170 EUR.

  • + tiefer Ausschnitt im Fersenbereich, schont die Achillessehne
  • + sehr bequem
  • + günstig
  • - pflegeintensiv
  • - verschleißanfällig, Hersteller verweigert bei diesem Schuh oft die Reparatur
  • - Sohle läuft sich schnell ab und ist weniger griffig als Vibram

Meindl Literock GTX

Velourleder/Mesh mit Goretex-Futter. Multigrip-Sohle von Meindl. Zustiegschuh, d. h. Halbschuh. Paar 780 g/Größe 5, 940 g/Größe 8. Ca. 190 EUR.

  • + auch für kurze Kletterpassagen geeignet
  • + pflege per Spray
  • + sehr leicht
  • - kein Halt an den Sprunggelenken
  • - in schwererem Gelände nur für trittsichere Wanderer
  • - Sohle läuft sich schnell ab und ist weniger griffig als Vibram

Wanderschuhe von Brands

Hanwag Banks
SF Extra

Wanderschuhe für Herren

  • dauerhaft wasser- und winddichter sowie atmungsaktiver GORE-TEX Membran

  • StraightFit Leisten im Vorfußbereich

MEINDL Literock GTX granit

Wanderschuhe für Damen

  • granit/rot

  • Velourleder/Mesh

  • wasserdicht

  • weich dämpfend

MEINDL 
Rialto GTX

Wanderschuhe für Damen

  • leicht und robust
  • wasserdicht durch GORE-TEX
  • griffiges Profil
  • Meindl-Active-Air Technologie

Energiereiche Nahrung für Wanderer

Vor einer schweren Bergbesteigung legen ein kohlehydratreiches Abendessen und morgens ein gutes, aber nicht zu üppiges Frühstück die Basis für sportliche Höchstleistungen.

Energiereiche Riegel wie Cliff-Bars oder selbstgemischte Nüsse und Trockenfrüchte helfen gegen erste Hungerattacken unterwegs. Frisches Obst belastet beim Aufstieg zwar den Rucksack, aber nicht den Magen. Ist das Schwierigste geschafft, wird es Zeit, die verbrauchten Reserven wieder aufzufüllen. Eine Einkehr in einer Hütte mit Suppe oder Kaiserschmarrn ist perfekt. Wer sich selbst verpflegt, freut sich auf eine deftige Brotzeit mit Kaminwurzen oder Käse, frischem Obst oder Gemüse und gutem Brot.

Tipp: In einer leichten Brotzeitdose aus Aluminium, z. B. von Sigg (ca. 28 EUR), oder Edelstahl, z. B. von Blockhütte (ca. 27 EUR), werden Brote sowie Obst oder Gemüse nicht zerdrückt und sehen beim Auspacken noch genauso appetitlich aus wie beim Einpacken.

GPS-Tracker für Wanderer

Erst mobile Apps mit guten Karten auf großem Display und kinderleichter Bedienung haben GPS-Tracking wanderalltagstauglich gemacht. Ihre Anhängerschaft ist derart schnell gewachsen, dass sie GPS-Geräte fast ganz verdrängt haben.

Wander-Apps sind Community-basiert. Das Kartenmaterial beruht auf Open-Street-Map-Karten, die von einer großen Gemeinschaft gepflegt werden. Jeder kann seine eigene Wanderung der Community zur Verfügung stellen und zur Bewertung freigeben. So ergibt sich eine Vielzahl von Wanderungen, aus der die ganze Community wählen kann.

Tipp: Ohne Anmeldung geht nichts. Wer mit seinen Daten sparsam umgeht, sollte bedenken, mit wem er Profil und Aktivitäten teilt. Das Markieren von Teilnehmern und das Integrieren von Fotos kann Persönlichkeitsrechte verletzen.

  • Komoot
  • Outdooractive

App zum Wandern: KomootKomoot - auch für Laien-Navigatoren

Die App ist eigens für die mobile Nutzung entwickelt und das merkt man auch an der einfachen Bedienung über den Touchscreen des Telefons. Sie bietet ein Rundum-Paket:

  • + leicht lesbare OSM-Karten
  • + Offline-Karten mit Updates
  • + viele Touren in Deutschland und den Nachbarländern
  • + Von einem beliebigen Punkt in der Nähe zeigt Komoot zeigt den besten Fußweg zur Route an.
  • + einfaches und intuitives Planen und Umplanen eigener Touren
  • + Sprachnavigation
  • + Fotos von unterwegs können in die Touraufzeichnung integriert werden
  • + Tour-Export für GPS-Gerät
  • + regelmäßig Wandervorschläge aus der Region
  • + App läuft auf vielen Oberflächen, man hat seine Touren immer dabei

Kosten:

  • Online-Nutzung über die Website; Freischalten einer gewählten Region: kostenlos.
  • jede weitere Einzelregion: 2,99 EUR einmalig
  • Regionenpaket: 8,99 EUR einmalig
  • Weltpaket: 29,99 EUR einmalig
  • Premium: 4,99 EUR/Monat, enthält Versicherungen und div. Extras

App zum Wandern: OutdooractiveOutdooractive - hier werden Navigations-Profis glücklich

Diese App war in der Browser-Version schon gebräuchlich, als noch niemand seinem Smartphone folgte. Sie hat viele langjährige Fans.

  • + leicht lesbare OSM-Karten
  • + Alpenvereinskarten und topografische Karten (in der Pro-Version)
  • + Offline-Karten (in der Pro-Version)
  • + Wanderwegenetz (in der Pro-Version)
  • + viele Touren weltweit
  • + einfach und intuitiv eigene Touren planen
  • + Sprachnavigation
  • + Fotos von unterwegs können in die Touraufzeichnung integriert werden
  • + Tour-Export für GPS-Gerät
  • + Synchronisation von Routen über Outdooractive-Konto

Kosten:

  • Online-Nutzung der Website und der App: kostenlos
  • werbefreie Pro-Version mit Alpenvereinskarten, Hangneigungen etc. im Abo 2,99 EUR/Monat, 29,99 EUR/Jahr
  • Pro+: zusätzliche Kartendetails, 3D-Karten, Integration in Webseiten und Blogs im Abo 5 EUR/Monat, 59,99 EUR/Jahr.

Drei Must-Have-Apps für das Wandern in der Natur

  • BirdNet
  • Flora Incognita
  • Peak Finder

Wander-App: Bird Net für IOSTop 1: BirdNet - Wer singt denn da?

Vögel am Gesang erkennen ist eine Kunst. BirdNet hilft dabei: Sie zeichnen den Gesang auf, laden ihn hoch und lassen ihn analysieren. Binnen Sekunden bestimmt BirdNet den Sänger und verlinkt direkt auf die passende Wikipedia-Seite. Entwickelt von Ornithologen der Universität Tübingen und der Cornell University.

Für Android und iOS. Umsonst.

Wander-App: Flora IncognitaTop 2: Flora Incognita - Pflanzen bestimmen leicht gemacht

Ganz ähnlich funktioniert die Pflanzenbestimmungs-App Flora Incognita: Fotografieren, Hochladen, Bestimmen! Entwickelt von der Technischen Universität Ilmenau und dem Max-Planck-Institut für Biogeochemie.

Für Android und iOS. Umsonst.

Wander-App: Peak FinderTop 3: Peak Finder - endlich Berge beim Namen nennen!

Wer kennt das nicht? Sie stehen vor einem Traumpanorama, aber wissen nicht, wie die schönen Berge heißen. Im 360°-Panorama ordnet Peak Finder sicher den meisten Bergen den richtigen Namen zu. Die App funktioniert auch offline.

iOS 5,49 EUR, Android 4,69 EUR.

Fazit

Argumente für das Wandern sind zahlreich: Es ist ein rundum gesunder Sport, stärkt das Herz-Kreislauf-System, erhöht die Lungenkapazität, stärkt Bänder, Sehnen, Gelenke und Knochen und verbessert die Kraftausdauer. Der enge Kontakt zur Natur entspannt und macht glücklich. Ist man richtig ausgerüstet, kann eigentlich nichts schiefgehen.

Texterin Malama

Als Linguistin arbeite ich gerne mit Sprache. Das hat sich auch nicht geändert, als ich die Wissenschaft zugunsten meiner Reiseleidenschaft aufgegeben habe. Ich führe seit langem Gruppen auf Aktiv- und Studienreisen durch die Welt. Daneben schreibe ich: Reiseführer für verschiedene Verlage, Blogeinträge zu Kunst, Kultur und Kulinarik und Buchbesprechungen. Meinen Lieblingsbeschäftigungen "Neues Lernen" und "In Bewegung bleiben" kommt das entgegen.

Auch als Autorin für content.de schreibe ich gerne Beiträge über das Reisen im In- und Ausland, am liebsten über Rundreisen zu Fuß oder mit dem Rad. Mit den Themen Sport, Ernährung und Gesundheit bin ich ebenfalls vertraut. Ich freue ich mich aber auch über Aufträge, die meinen Fachgebieten fremd sind. Ich erweitere gerne meinen Horizont.

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