Strom sparen im Haushalt – Tipps für Sparfüchse und Umweltbewusste

Strom sparen!

Ein sparsamer Umgang mit elektrischer Energie ist heute wichtiger denn je. Mit einem Durchschnittspreis von 31,4 Cent je Kilowattstunde erreicht der Strompreis in Deutschland nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft 2020 einen neuen Rekordwert. Konkret heißt das: Ein Musterhaushalt mit drei Personen zahlt monatlich 91,50 Euro an seinen Stromlieferanten (Stand Januar 2020, Quelle: Statista). Zwanzig Jahre zuvor zahlte ein 3-Personen-Haushalt monatliche Stromkosten in Höhe von circa 40 Euro.

Wer seine Stromrechnung reduzieren möchte, sollte sich hin und wieder über neue praktische Tipps zum Stromsparen informieren und die – zweifellos in jedem Haushalt vorhandenen – Sparpotentiale konsequent ausschöpfen. Das ist nicht nur aus ökonomischer Sicht sinnvoll. Um die vereinbarten Klimaziele zu erreichen, kann jeder Einzelne seinen Beitrag leisten. Da bei der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen viel CO2 freigesetzt wird und Ökostrom noch nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht, ist es wichtig, dass auch Sie und Ihre Familienangehörigen bei der Nutzung von Elektroenergie so sparsam wie möglich sind. Beherzigen Sie einige Ratgeber-Tipps, können Sie künftig viel Geld sparen, leisten einen Beitrag zum Umweltschutz und brauchen dennoch nicht auf den gewohnten Komfort in Ihrem Haushalt zu verzichten.

Durchschnittliche Stromrechnung eines 3-Personen-Haushalts

Statistik: Durchschnittliche Stromrechnung eines 3-Personen-Haushaltes in Deutschland in den Jahren 1998 bis 2021 (in Euro pro Monat) | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Wie hoch ist der Strom-Verbrauch in Ihrem Haushalt?

Das ist die erste Frage, die Sie sich beantworten müssen, wenn Sie in Zukunft keine wertvolle Elektroenergie mehr verschwenden wollen. Am einfachsten lässt sich der durchschnittliche Jahresverbrauch aus den letzten Abrechnungen Ihres Energieanbieters ermitteln. Liegen diese nicht vor, lesen Sie den Stand Ihres Stromzählers monatlich oder quartalsweise selbst ab. Aus der Differenz der Werte errechnen Sie, wie viel Strom Sie ungefähr in einem Jahr verbrauchen. Noch exakter können Sie Ihren Stromverbrauch mit Hilfe eines intelligenten Stromzählers analysieren. Moderne Zähler zeichnen den Verbrauch langfristig auf. Manche Modelle registrieren sogar den Stromverbrauch einzelner Geräte.

Vergleich mit dem durchschnittlichen Stromverbrauch deutscher Haushalte

Ob und wie viel Strom Sie sparen können, lässt sich durch einen Vergleich mit den Durchschnittswerten von Haushalten unterschiedlicher Größe abschätzen.

HaushaltsgrößeStromverbrauch in kWhVerbrauch in kWh mit elektrischer Warmwasserbereitung
1 Person
2.300
2.500
2 Personen
3.000
3.600
3 Personen
3.600
4.500
4 Personen
4.000
5.000

Ratgeber: Strom sparen

Faktoren, die den Verbrauch von Energie beeinflussen

Diese Tabelle lässt erkennen, dass der Verbrauch von Energie nicht ausschließlich von der Größe eines Haushalts abhängig ist. Eine wesentliche Rolle beim Stromverbrauch spielt ebenfalls die Ausstattung mit elektrischen Geräten. Wird das Wasser zum Waschen, Duschen und Spülen mit Strom aufgeheizt (zum Beispiel mit einem Durchlauferhitzer), hebt das den Verbrauch elektrischer Energie deutlich an. Wesentlich kostengünstiger ist es, wenn Sie das Brauchwasser mit Gas erhitzen. Falls Sie ein eigenes Haus mit einer nach Süden geneigten Dachfläche besitzen, ist die Installation von Wärmekollektoren, die die einfallende Sonnenenergie in nutzbare Wärme umwandeln, empfehlenswert.

So spüren Sie Einsparpotentiale im Haushalt auf

Verbrauchen Sie die Menge Strom, die dem Durchschnittswert der Tabelle entspricht, oder liegt Ihr Verbrauch sogar oberhalb dieses Wertes, sollten Sie aktiv werden. Untersuchungen zeigen, dass ein Haushalt mit einem durchschnittlichen Verbrauch etwa 30 Prozent Strom sparen kann.

Vor der Umsetzung einzelner Tipps steht die gründliche Analyse, in welchen Bereichen Ihres Haushalts besonders viel Stromverbraucht wird. Um den Verbrauch einzelner Geräte zu ermitteln, benötigen Sie ein Messgerät. Diese Energiemessgeräte – umgangssprachlich auch als Strommesser bezeichnet – können Sie im örtlichen Fachhandel oder in einschlägigen Online Shops für wenig Geld erwerben. Alternativ lassen sich solche Messgeräte bei den Energieberatungsstützpunkten der Verbraucherzentralen ausleihen. Die Handhabung ist einfach. Zum Messen des Verbrauchs wird das Messgerät zwischen Steckdose und Stecker des Verbrauchers geschaltet.

Die größten ‚Stromfresser‘ entdecken Sie in verschiedenen Bereichen Ihres Haushalts. Der Anteil am Stromverbrauch im Haushalt beträgt etwa:

  • Elektrogeräte in der Küche: 31 Prozent
  • Warmwasserbereitung: 13 Prozent
  • Computer und Unterhaltungselektronik: 18 Prozent
  • Beleuchtung: 8 Prozent
  • Pflege der Wäsche: 6 Prozent

Energieverbrauch im Wohnsektor!

Infografik: Energieverbrauch der OECD-Länder im Wohnsektor | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Energieeffizient kochen und backen

Gas, Ceranfeld, Induktionsherd oder Kochplatte? Wer heute einen Herd kauft, hat die Qual der Wahl. Jede Variante hat Vor- und Nachteile. Verfügt Ihr Haus über einen Gasanschluss, ist ein Gasherd aus Sicht der anfallenden Kosten für die erforderliche Energie die beste Wahl. Statt der klassischen elektrischen Kochplatten kommen heute in vielen Küchen Ceranfelder zum Einsatz. Diese haben den Vorteil, dass sie pflegeleicht sind und eine gute Wärmeübertragung gewährleisten. Die Kontaktfläche sollte möglichst groß und eben sein. Das ist für das Sparen wichtig.

Tipps:

  • Verwenden Sie hochwertige Töpfe und Pfannen mit starkem Boden. Nach dem Erhitzen muss der Boden plan auf der Kochplatte oder dem Ceranfeld aufliegen. Ist das nicht der Fall, erhöht die isolierende Luftschicht zwischen Kochplatte und Boden den Stromverbrauch.
  • Nutzen Sie die Restwärme von Kochplatten oder Ceranfeld. Schalten Sie circa 10 Minuten vor Kochende ab.
  • Verschließen Sie die Töpfe mit Deckeln. Das spart 30 Prozent Strom.

Noch mehr Strom können Sie beim Kochen sparen, wenn Sie sich für einen Induktionsherd entscheiden. Bei dieser Technologie wird die Energie nicht durch Wärmestrahlung, sondern über Magnetfelder auf den ferromagnetischen Boden des Kochgeschirrs übertragen. Im Vergleich zu anderen Verfahren werden die Wärmeverluste beim Kochen mit Induktion deutlich reduziert und es fällt keine Restwärme an. Nachteil von Induktionsherden: Die Anschaffungskosten sind höher und Sie benötigen induktionsgeeignete Töpfe und Pfannen.

Fragen zum Strom sparen!

Grundsätzlich gilt es einen bewussten Umgang mit Strom-Verbrauchern zu erlernen: 

  • Standby-Betrieb von Geräten vermeiden. Lieber den Netzschalter betätigen, sodass bei den betreffenden Geräte die Stromversorgung unterbrochen ist.

Quick-Tipps zum Strom sparen: 

  1. Kühlschränke unmittelbar nach der Entnahme des Kühlguts schließen.
  2. Beim Wasserkocher auf die Wassermenge achten, d. h. nur so viel Wasser erhitzen, wie auch benötigt wird!
  3. Beim Backen auf die Vorheizfunktion des Backofens verzichten.
  4. Energiefressende Geräte durch energieeffizientere Geräte austauschen.
  5. Anstatt "Standby" zu verwenden, sollten die Geräte richtig ausgeschaltet werden. 
  6. Hochwertige Pfannen und Töpfe verwenden. (Dicke Böden speichern die Wärme länger!)
  7. Restwärme beim Kochen nutzen, d. h. 10 Minuten vor dem Kochende können Kochplatten bereits abgeschaltet werden. 

Durch jede Einsparung von Strom werden fossile Energieträger eingespart. Die Umwelt erfährt dadurch eine Entlastung!

Laut der Skala des europäische Energielabel steht A++ für "gut", wohingegen A+++ ein "sehr gut" darstellt. 

Das betreffende Gerät ist nicht endgültig ausgeschaltet sondern befindet sich in einem "Schlummermodus" und kann durch eine Fernbedienung ohne Vorlaufzeit in Betrieb genommen werden. Auch im "Schlummermodus" verbrauche die Geräte eine nicht unerhebliche Menge an Energie!

Kühlschrank und Gefriertruhe

Damit Lebensmittel lange frisch bleiben, werden sie unmittelbar nach dem Einkauf im Kühlschrank verstaut. Nach Einschätzung von Fachleuten ist das Energie-Einsparpotential in diesem Haushaltsbereich am größten. In vielen Küchen stehen veraltete Geräte. Diese kühlen zwar einwandfrei, verbrauchen jedoch deutlich mehr Strom als moderne Geräte. Aber auch durch weitere kleine Veränderungen können Sie beim Betreiben von Kühlschrank und Gefriertruhe Energie und damit bares Geld sparen. Die Einhaltung der optimalen Temperatur spielt dabei eine zentrale Rolle. Im oberen Fach des Kühlschranks sollten es 7 °C sein. Die Lagertemperatur im Gefrierschrank beziehungsweise in der Gefriertruhe wird auf -18 °C eingestellt.

Durch Erhöhung der Kühlschranktemperatur um 1 °C, können Sie 6 Prozent Strom sparen! 

Hackfleisch, rohes Geflügel oder andere leicht verderbliche Lebensmittel verstauen Sie im untersten Fach mit der Glasplatte und stellen die Temperatur in diesem Bereich für die Dauer der Lagerung auf 2 °C ein.

Tipps:

  • Schließen Sie die Tür von Kühlgeräten so schnell wie möglich.
  • Kühlen Sie heiße oder warme Speisen im Wasserbad ab, bevor sie im Kühlgerät verstaut werden.
  • Tauen Sie die Geräte regelmäßig ab.
  • Kontrollieren Sie die Temperatur des Kühlschranks und stellen Sie sie lebensmittelgerecht ein.
  • Tauschen Sie die Türdichtungen bei übermäßiger Eis- oder Reifbildung im Innern der Geräte aus.

Moderne Beleuchtung – Glühlampe ade!

Licht spielt für unser Wohlbefinden eine wichtige Rolle. Trotzdem sollten Sie auch im Bereich der Beleuchtung nach Einsparmöglichkeiten suchen. Das Licht der guten alte Glühlampe ist zwar sehr angenehm, trotzdem ist es richtig, dass diese Klassiker heute nicht mehr zum Einsatz kommen. Moderne Energiesparlampen verbrauchen nur einen Bruchteil der Energie. Besonders effizient sind LED. Eine LED verbraucht bei gleichem Lichtstrom lediglich ein Sechstel bis ein Zehntel der Energieeiner vergleichbaren Glühlampe.

Beispiel: Eine 60-W-Glühlampe können Sie durch eine LED mit einer Leistung von 5 – 7 Watt ersetzen.

So sparen Sie beim Waschen und Trocknen wertvolle Energie

In vielen Haushalten läuft die Waschmaschine fast täglich. Wissen Sie wie viel Strom Sie dabei verbrauchen? Zum Vergleich: Die effizientesten 8-kg-Waschmaschinen der jüngsten Generation verbrauchen bei normaler Nutzung circa 100 kWh im Jahr. Liegt der Verbrauch Ihres alten Gerätes erheblich höher, sollten Sie über eine Neuanschaffung nachdenken.

Viel zu viel Strom im Haushalt wird für das Trocknen der Wäsche verschwendet. Trocknen Sie Ihre Wäsche auf der Leine im Garten oder auf dem Balkon, sparen Sie Energie und Weichspüler. Durch die Windbewegung wird die Wäsche dennoch angenehm weich und duftet frisch.

Weitere Stromspartipps für das Waschen:

  • Nutzen Sie die angegebene Füllmenge der Maschine aus.
  • Müssen Sie häufig kleinere Mengen waschen, ist eine Maschine mit Sparprogramm empfehlenswert.

Computer und Unterhaltungselektronik

Den Anteil des Stromverbrauchs im Haushalt für das Betreiben von PC, Stereo-Anlage, Heimkino & Co. unterschätzen die meisten Verbraucher deutlich. Gute Tipps zum Sparen sind darum in diesem Bereich ebenfalls gefragt. Für Stromsparer ist die Leistung auch beim Erwerb elektronischer Geräte ein wichtiges Kaufkriterium. Beispielsweise wird der Jahresverbrauch von TV-Geräten bei einer täglichen Nutzung von vier Stunden von Herstellern und Händlern angegeben.

Computer, Drucker, TV-Geräte und andere elektronische Geräte sind mit Stand-by-Funktion ausgestattet. Verzichten Sie auf diesen Komfort und sparen Sie jährlich bis zu 50 Euro, indem Sie nicht nur den on-off- Schalter bestätigen, sondern notfalls den Stecker ziehen oder mehrere mit einer Steckerleiste verbundene Geräte durch Betätigen eines Schalters vom Netz trennen.

Tipps:

  • Je heller Sie den Bildschirm einstellen, desto mehr Strom wird verbraucht.
  • Das Nutzen eines Textverarbeitungsprogramms verbraucht deutlich weniger Energie als das Spielen mit 3D-Grafikkarte.

Wie alt ist die Umwälzpumpe Ihrer Heizung?

Falls Ihr Eigenheim oder Ihre Wohnung mit einer wassergeführten Heizung ausgestattet ist, sollten Sie die Heizungspumpe Ihrer Anlage ebenfalls in den Check der wichtigsten Stromverbraucher einbeziehen. Ältere Umwälzpumpen schlagen in der Jahresabrechnung erfahrungsgemäß mit circa 300 kWh zu Buche. Moderne Pumpen sind drehzahlgeregelt und verbrauchen deutlich weniger. Die Verbraucherzentrale Sachsen ermittelte, dass der Betreiber durchschnittlich 100 Euro pro Jahr spart, wenn er die Umwälzpumpe durch ein modernes Modell ersetzt. Damit amortisiert sich die Investition in die moderne Technik innerhalb kurzer Zeit.

Der Ersatz veralteter Heizungspumpen durch hocheffiziente Pumpen wird auch 2020 vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit einem nicht rückzahlbaren Zuschuss gefördert.

Kleine Veränderungen mit großer Wirkung

https://youtu.be/MEcxKN7plHA
 

Jeden der im Video und in diesem Ratgeber vorgestellten Tipps zum Sparen von Strom, können Sie schnell und mit minimalem Aufwand an Zeit und Geld umsetzen. Nach Schätzungen der Beratungsgesellschaft CO2online sind mit relativ einfachen Veränderungen pro Haushalt im Schnitt jährliche Einsparungen von 230 Euro möglich. Sie schonen Ihre Haushaltskasse und unsere Umwelt. Besonders erfreulich: Sie können Ihre Stromkosten senken und müssen dennoch nicht auf den gewohnten Komfort zu verzichten. Werden Sie jetzt zum Stromsparer!

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