Terrasse selber bauen

Eine Terrasse selber bauen: Schritt für Schritt

Eine Terrasse selber bauen: Tipps und Hinweise für ein gutes Gelingen!

Wer ein Haus oder eine Wohnung im Erdgeschoss mit Garten hat, wohnt ziemlich gut. Noch besser wohnt es sich aber mit einer Terrasse. Und weil alles so teuer geworden ist, lohnt es sich, den Terrassenbau selber vorzunehmen. Auch Sie können das mit Tipps, einer guten Anleitung und den richtigen Materialien.

Wie baut man eine Terrasse?

Eine Terrasse benötigt immer einen Unterbau. So sieht der Terrassenbau grob beschrieben aus:

1. Fläche abstecken
2. Erde ausheben
3. Boden verdichten
4. Schotter einfüllen und verdichten
5. Randsteine setzen
6. Splitt einfüllen
7. Platten verlegen
8. Platten verfugen

Diese Angaben gelten für eine Steinterrasse. Für eine WPC- oder Holzterrasse sind nur die Schritte 1 – 6 relevant, dann bauen Sie die Unterkonstruktion und verlegen die Dielen.

Die halbe Miete: Vorüberlegungen

Eine Terrasse ist zwar nur eine waagrechte Fläche zum Sitzen und Entspannen, aber unterschätzt will der Bau nicht werden. Daher sind einige Vorüberlegungen zu treffen, bevor Sie beginnen:

  • Wo soll sich die Terrasse befinden?
  • Aus welchem Material soll sie bestehen?
  • Ist eine Überdachung gewünscht?
  • Wie groß soll sie sein?
  • Wie viel darf sie kosten?
Auch ohne Meerblick hat eine Terrasse so seinen Reiz!
Auch wenn man solch einen Ausblick nur auf der Terrasse im Urlaub genießen kann, lohnt sich der Bau einer Sitzmöglichkeit im eigenen Garten!

Ratgeber Terrasse selber bauen

Die richtige Ausrichtung für die Terrasse

Nicht jeder hat das Glück, sich aussuchen zu können, ob sich der Sitzplatz im Garten auf der Süd-, West- Ost- oder Nordseite des Hauses befinden soll. Bei einem bestehenden Haus ist die Ausrichtung in der Regel vorgegeben.

Wenn Sie sich die Lage aussuchen können, überlegen Sie, was Ihnen wichtig ist. Wollen Sie beispielsweise im Garten frühstücken, ist eine Ost-Ausrichtung notwendig. Allerdings gibt es dabei einen Nachteil: An weniger warmen Tagen wird es auf einer östlich ausgerichteten Freifläche abends schnell kühl.

Viele Menschen entscheiden sich für eine gen Süden ausgerichtete Terrasse. Manche Pflanzen profitieren ebenfalls von dieser Lage, vor allem Gemüse wie Tomaten und Paprika, aber auch Blumen, die viel Sonne vertragen. Hier ist der Nachteil, dass es im Sommer sehr heiß wird und Sie auf jeden Fall eine Überdachung benötigen.

Der Sitzplatz Richtung Westen ist für diejenigen, die nach der Arbeit noch etwas Sonne genießen wollen. Auch in diesem Fall bekommen Pflanzen einiges an Sonnenlicht ab, nur ist es nicht ganz so heiß. Richtig warm wird es auf der West-Terrasse erst, wenn die Sonne am Nachmittag um die Hausecke lugt.

Die nach Norden ausgerichtete Sitzfläche im Garten hat nur einen Vorteil: Dort ist es im Sommer nicht zu warm. Auf Nordterrassen bildet sich schnell Moos, weil der Belag fast immer feucht ist.

Fragen und Antworten zum Bau einer Terrasse

Ja. Um die Arbeit selber zu machen, brauchen Sie nur ein wenig handwerkliches Geschick, Werkzeug und Zeit.

Wenn Sie eine Terrasse sehr günstig bauen wollen, sollten Sie es damit nicht zu eilig haben. Im Internet gibt es immer wieder kostenlose oder sehr günstige Baumaterialien, die Sie nur abholen müssen. Häufig bekommen Sie gebrauchte oder überschüssige Kanthölzer, übriggebliebene Terrassendielen, Betonplatten und Fliesen.

Terrassen kosten je nach Belag unterschiedlich viel. Eine Holzterrasse ist beispielsweise etwa 20 % teuer als eine Steinterrasse mit Betonplatten. Für eine Terrassenfläche von 30 m2 mit Natursteinbelag können Sie aber gut 4.000 Euro berechnen, wenn Sie die Arbeit von einer Firma ausführen lassen.

Wie lange Ihr Sitzplatz im Freien hält, hängt vom Material, von der Pflege und von der Ausführung ab. Wenn Sie sauber gearbeitet haben, gibt es weniger Probleme. Was die Materialien betrifft, ist WPC mit 30 Jahren Haltbarkeit ebenso dauerhaft wie Holz oder Naturstein. Holz muss aber gepflegt werden.

Eine Terrasse selber bauen: Tipps und Hinweise!
Infografik: DIY: Wofür die Deutschen selber basteln | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Das richtige Material für die Terrasse

Für Terrassen kommen unterschiedliche Materialien infrage: Stein, Holz, WPC, Kies. Alle Materialien haben Vor- und Nachteile.

Holz

Eine Holzterrasse passt ihrer Optik wegen gut in den Garten. Es gibt unterschiedliche Holzarten, die für das Vorhaben geeignet sind. Am haltbarsten sind Teak oder Bangkirai, nachhaltiger ist das Nadelholz Douglasie.

Vorteile

  • fühlt sich natürlich an
  • warmer Terrassenbelag
  • natürliche Optik

Nachteile

  • kann splittern
  • pflegeintensiv
  • empfindlich gegenüber Feuchtigkeit
  • teuer

WPC

WPC ist ein Verbundwerkstoff und besteht aus Kunststoff und Holzfasern. Er sieht ähnlich aus wie Holz, splittert des Kunststoffanteils wegen aber nicht.

Vorteile

  • warmer Terrassenbelag
  • splittert nicht
  • leicht zu reinigen
  • resistent gegen Feuchtigkeit

Nachteile

  • kann mit der Zeit ausbleichen
  • nicht so natürlich wie Holz
  • kann sehr heiß werden

Betonstein

Betonsteinterrassen sind relativ häufig anzutreffen und bestehen aus gegenüber Witterungseinflüssen weniger anfälligem Material. Allerdings können die Platten reißen, wenn sie nicht ordentlich verlegt werden.

Vorteile

  • günstiger Preis
  • hohe Lebensdauer
  • gut zu reinigen

Nachteile

  • unnatürliche Optik
  • fußkalt bei Schatten und in der kalten Jahreszeit
  • auf der Nordseite stark von Vermoosung betroffen

Naturstein

Naturstein wird immer beliebter, in ganz unterschiedlichen Bereichen des Gartens.

Vorteile

  • natürliches Material
  • individuelle Optik
  • unterschiedliche Farben
  • lange Haltbarkeit
  • pflegeleicht

 

Nachteile

  • sehr teuer
  • braucht einen guten Unterbau
  • fußkalt bei Schatten und in der kalten Jahreszeit
  • rutschig bei Nässe

Passende Bodenbeläge für den Bau einer Terrasse finden!

Passende Bodenbeläge für Holzterrassen, Stein- und Betonterrassen, sowie Sand, Steine und Zierkies bei Mano Mano für den Terrassenbau finden!

(Provisionslinks!)

Die Terrassenüberdachung

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, für Sonnen- und Regenschutz über der Sitzfläche im Gartenzu sorgen. Die günstigste Lösung ist ein Sonnenschirm. Recht einfach ist die Montage einer Markise. Die aufwändigste Variante ist ein festes Dach auf Stützen, beispielsweise aus transparenten Doppelstegplatten.

Die richtige Terrassengröße

Die Terrassengröße hängt von dem ab, was Sie auf diesem Platz haben und tun wollen. Sicher ist wohl, dass ein Tisch und mehrere Stühle Platz haben sollen. Dafür würden 9 m2 schon reichen. Laden Sie regelmäßig Gäste ein oder sollen noch eine Couch und Pflanzen auf der Terrasse stehen, muss diese schon größer ausfallen, beispielsweise 15, 20 oder sogar 30 m2.

Was kosten Terrassen?

Eine Terrasse besteht aus mehreren Materialien, die alle ihren Preis haben. Sie benötigen nicht nur den Belag, sondern auch einen Unterbau und ggf. eine Unterkonstruktion, dazu kommt die Überdachung. Manche Dinge wie Fliesen oder Platten bekommen Sie im Internet teilweise kostenlos oder als Restposten sehr günstig.

Eine Holz- oder Natursteinterrasse kostet Sie bei 30 m2 etwa 4.000 Euro, wenn Sie sie von einer Firma bauen lassen. Erledigen Sie die Arbeit selber, kommen Sie auf ein Drittel weniger. Viel günstiger wird es nicht, denn Sie müssen vermutlich einen Rüttler aus dem Baumarkt leihen und evtl. etwas Werkzeug beschaffen.


Folgendes Werkzeug benötigen Sie für den Terrassenbau:

  • Richtschnur
  • Pflöcke
  • Wasserwaage
  • Meterstab oder Rollmaßband
  • Spaten
  • Schaufel
  • Schubkarre
  • alternativ einen Bagger
  • Rüttler
  • Gummihammer
  • Holzbearbeitungswerkzeuge für eine Holzterrasse: Stich- oder Handkreissäge, Akkuschrauber, Oberfräse

Steinterrasse selber bauen - Anleitung

Wenn alle Vorüberlegungen getroffen und Material sowie ggf. Werkzeug beschafft sind, geht es an die Arbeit.

Bereich abstecken

Stecken Sie den gewünschten Bereich ab. Das funktioniert mit einer Richtschnur und Pflöcken, die Sie in die Erde stoßen.

Auskoffern

Jetzt kommt der Unterbau an die Reihe. Dazu heben Sie die Erde im abgesteckten Bereich etwa 28 cm tief aus. Beachten Sie dabei, dass die Terrasse ein Gefälle von 2 % von der Hauswand weg haben muss. Bei einer Terrassentiefe von 3 m sind das 6 cm. Durch das Gefälle kann das Regenwasser ablaufen. Planen Sie zusätzlichen Platz ringsum für Randsteine, die Sie für eine Steinterrasse brauchen.

Boden verdichten

Bevor Sie das Material für den Unterbau einfüllen, verdichten Sie den Boden auf der ausgehobenen Fläche mit dem Rüttler und legen die Fläche mit Unkrautvlies aus.

Schotter aufbringen

Nun füllen Sie 20 cm Schotter in die ausgehobene Fläche und verdichten diesen wieder mit dem Rüttler. Der Platz für die Randsteine bleibt frei.

Randsteine setzen

Um die Randsteine zu setzen, geben Sie zwischen Schotter und Rasen eine 10-15 cm dicke Schicht Beton auf den Boden und setzen die Randsteine so, dass sie mit dem Rasen eben sind. Beim Ausrichten orientieren Sie sich an den gespannten Richtschnüren. Mit einem Gummihammer bringen Sie die Kantensteine auf die richtige Höhe. Dann lassen Sie den Beton trocknen.

Splitt aufbringen

Auf den verdichteten Schotter kommt eine Schicht Splitt. Sie soll 4 cm dick sein. Damit der Splitt eine gerade Fläche bildet, ziehen Sie ihn mit einer Richtlatte ab. Achten Sie hier wieder auf das Gefälle.

Verlegen

Nun geht es daran, die Stein- oder Betonplatten zu verlegen. Verwenden Sie quadratische Betonplatten, setzen Sie diese einzeln in das Splittbett. Achten Sie auf Fugen von 3-5 mm Breite zwischen den Platten. Verwenden Sie Fugenkreuze wie beim Fliesenlegen, damit der Abstand überall gleich ist. Kontrollieren Sie mit der Richtlatte die Höhe der Platten. Anstelle von quadratischen Platten können Sie auch Naturstein verlegen.

Verfugen

Verfugen Sie die Platten mit Pflasterfugenmörtel oder Sand. Sie mischen den Pflasterfugenmörtel gemäß der Anleitung auf der Verpackung an, schütten ihn auf die Platten und fegen ihn mit einem Besen in die Fugen, bis diese gefüllt sind. Den Sand müssen Sie natürlich nicht anmischen, ihn verteilen Sie nur mit dem Besen.

Abweichungen für die WPC- oder Holzterrasse

Wenn Sie eine WPC- oder Holzterrasse planen, folgen Sie der Anleitung bis zu Schritt 6. Nun benötigen Sie ebenfalls Betonplatten, allerdings werden diese nicht dicht an dicht gelegt. Es reicht, wenn sie einen Abstand von 50 cm von Plattenmitte zu Plattenmitte haben.

Dann kommt die Unterkonstruktion für den Belag an die Reihe. Wenn die Terrasse 4 m lang wird, ist es sinnvoll, Kanthölzer von 4 m Länge zu verwenden. Bei einer längeren Terrasse können Sie die Kanthölzer auch aneinanderstoßen lassen (beispielsweise zweimal 2,5 m) und diese am Stoß mit einem kurzen Stück Kantholz verbinden.

Gummipads platzieren

Legen Sie mittig auf jede Betonplatte ein Gummipad. Darauf lagern Sie später die Unterkonstruktion.

Kanthölzer platzieren

Platzieren Sie die Kanthölzer für die Unterkonstruktion parallel zur Hauswand auf den Gummipads.

Kanthölzer verschrauben

Jetzt verschrauben Sie Kantholz für Kantholz der Unterkonstruktion mit den Betonplatten. Dazu bohren Sie zunächst durch das Holz und das Gummipad hindurch und markieren das Bohrloch auf der Betonplatte. Mit einem Betonbohrer bohren Sie in die Platte hinein und setzen einen Dübel. Anschließend schrauben Sie die Kanthölzer fest. Messen Sie bei jedem Kantholz nach, ob es parallel zum Haus liegt.

Dielen festschrauben

Terrassendielen besitzen auf der Oberfläche Rillen, damit das Wasser ablaufen kann und damit die Dielen auch bei Nässe nicht rutschig ist. Die Dielen schrauben Sie im rechten Winkel zur Hauswand auf die Unterkonstruktion. Sie sollten um mindestens eine Dielenstärke über die Unterkonstruktion überstehen.

Verblendung anbringen

Eine Holzterrasse wird nicht in den Boden eingelassen, sie befindet sich darüber. Damit die Unterkonstruktion nicht zu sehen ist, verblenden Sie diese. Dazu schrauben Sie Terrassendielen ringsum unter dem Belag an die Unterkonstruktion. Die Blende darf keinen Erdkontakt haben, zwischen Belag und Blende ist eine Fuge von 5 mm Breite notwendig.

Bau einer Kiesterrasse

Um eine Kiesterrasse zu bauen, heben Sie den Boden nur 20 cm tief aus. Dann legen Sie Unkrautvlies auf der Erde aus, füllen Sie eine 10 cm dicke Schicht Schotter ein und verdichten diese. Auf die Schotterschicht legen Sie Kieswaben, die verhindern, dass sich die Sternchen im Garten verteilen. Die Kieswaben füllen Sie mit Kies oder Splitt, das Material sollte 3-5 cm dick über den Waben liegen.

Bau einer Fliesenterrasse auf einer Betonplat

Normalerweise werden Terrasse ungebunden, also mit oben beschriebenem Aufbau, gebaut. Haben Sie allerdings eine geeignete Betonplatte im Garten, können Sie auf dieser Fliesen verlegen. Das kann die günstigste Lösung sein.

Fazit

Eine Terrasse zu bauen ist nicht sehr schwierig. Es erfordert nur Überlegung, etwas Zeit und genaue Arbeit. Mit guten Tipps haben auch weniger Erfahrene Heimwerker Erfolg.

unterwegs

unterwegs

Verschiedene Berufe, verschiedene Interessen - das alles gehört zum Leben. Ich schreibe aber nur über Themen, in denen ich mich wirklich auskenne: Handwerk, Musik, Reisen, Kultur und Geisteswissenschaften.

Facebook

Texter gesucht?

Bei content.de finden Sie Texter für Ihre Webseite!

Jetzt zu content.de
Scroll to Top